Metall – die Chance für alle
Eher praxisorientierten jungen Leuten bietet die Metallindustrie mit den zweijährigen Ausbildungsberufen einen guten Start ins Berufsleben, einen qualifizierten und anerkannten Berufsabschluss. Gerade für Bewerber mit schwächeren schulischen Leistungen ist das eine echte Alternative. Denn die fachtheoretischen Anforderungen sind hier nicht so hoch wie bei den gewerblich-technischen Ausbildungsberufen mit dreieinhalbjähriger Ausbildungsdauer.
Auch mit einer zweijährigen Berufsausbildung kann man später eine Weiterbildung zum Meister oder Techniker angehen. Außerdem bieten viele Unternehmen den interessierten Azubis auch die Chance, bei guten Leistungen im Betrieb und in der Berufsschule auf einen dreieinhalbjährigen Beruf umzusteigen.
Teilezurichter/innen werden unter den zweijährigen Berufen am häufigsten ausgebildet. Weitere Berufe mit einer Ausbildungsdauer von weniger als drei Jahren:
- Drahtzieher/in
- Fräser/in
- Kabeljungwerker/in
- Maschinen- und Anlagenführer/in
Allerdings fällt wie in den vergangenen Jahren auch in Zukunft bei Rationalisierungsmaßnahmen der größte Teil der Streichstellen in den Bereich ungelernter Arbeit und der Berufe mit zweijähriger Ausbildungsdauer. Qualifikation ist deshalb die zentrale Anforderung auch in der Metallindustrie.
Metallberufe: vielseitig und anspruchsvoll
Gewerblich-technische Berufe nennt man diejenigen, in denen die Masse der in Zukunft benötigten Facharbeiter ausgebildet wird. Neben sehr guten praktischen Fähigkeiten verfügen diese Facharbeiter auch über ein gutes fachtheoretisches Niveau, technisches Know-how und das Potenzial zur Führungskraft. Die Ausbildungszeit beträgt deshalb auch 3,5 Jahre.
In den gewerblich-technischen Berufen der Metallindustrie wird gutes Geld verdient. Schon während der Ausbildungszeit liegen die Vergütungen zwischen 700 € und 900 €. Ein frisch gebackener Facharbeiter verdient im ersten Jahr bei 35-Stundenwoche 2.459 € brutto (Stand Januar 2008). In folgenden Berufen bildet die Metallindustrie aus:
Industriemechaniker/in
Industriemechaniker sorgen dafür, dass in der industriellen Produktion alles perfekt funktioniert. Keine leichte Sache. Denn die Maschinen und Produktionsanlagen in den Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie sind oft wahre HighTech-Wunder. Genaues und verantwortungsvolles Arbeiten ist für Industriemechaniker deshalb selbstverständlich.
Je nach Ausbildungsschwerpunkt gehört es zu ihren Aufgaben, Geräte, Maschinen oder ganze Fertigungsanlagen zusammenzubauen und sie in Betrieb zu nehmen. Zusätzlich kontrollieren und warten sie regelmäßig Produktionsanlagen, damit Störungen rechtzeitig verhindert und fehlerhafte Teile repariert werden. Teilweise bedienen Industriemechaniker auch die Anlagen und steuern die Produktionsabläufe.
Werkzeugmechaniker/in
Bei Werkzeugen denken wir meist an Rohrzange, Schraubendreher oder Hammer. Doch bei den Werkzeugmechanikern geht es um ganz andere Dinge. Wenn sie loslegen, entstehen Spezialwerkzeuge für die Serienproduktion, Formen und Schablonen, aber auch chirurgische, kosmetische und andere feinste Instrumente. Dabei ist Genauigkeit Trumpf. Werkzeugmechaniker beherrschen alle wichtigen Bearbeitungsverfahren wie maschinelles Bohren, Sägen, Schleifen, Drehen und Fräsen – auch an computergesteuerten Maschinen. Sie montieren komplexe Werkzeuge, erproben deren Funktion und geben Werkzeuge in die Serienfertigung.
Zerspanungsmechaniker/in
Wenn Zerspanungsmechaniker ans Werk gehen, dreht sich immer etwas – entweder das zu bearbeitende Werkstück oder das Werkzeug selbst. Hauptsächlich durch Drehen und Fräsen stellen Zerspanungsmechaniker passgenaue Werkstücke für Maschinen, Geräte und Anlagen her. Technische Unterlagen helfen ihnen, die Fertigungsabläufe zu planen oder die Maschinen per Computer zu programmieren. Wenn alles eingerichtet ist, überwachen Zerspanungsmechaniker den Fertigungsprozess und sorgen dafür, dass die Produkte strengen Qualitätsanforderungen entsprechen.
Anlagenmechaniker/in
Flüssigkeiten, Gase, Druckluft, aber auch feste Stoffe wie Pulver sicher aufzubewahren, zu transportieren und zu verteilen, das ist eine Aufgabe der Anlagenmechaniker. Sie bauen, montieren und reparieren Apparate, zum Beispiel Kessel, Behälter, Rohrleitungen und -systeme. Diese Apparate findet man dann zum Beispiel in Raffinerien, Kraftwerken oder Kühlanlagen. Natürlich übernehmen Anlagenmechaniker auch die Pflege dieser Systeme. Bei ihrer abwechslungsreichen Arbeit tragen sie eine große Verantwortung. Denn nur richtig dichte Systeme sind auch sicher für Mensch und Umwelt.
Ihre Karriere: Vom Mechaniker zum Industriemeister
Konstruktionsmechaniker/in
Wo Stahl- und Metallkonstruktionen entstehen, sind Konstruktionsmechaniker gefragt. In Einzelfertigung oder Kleinserien fertigen sie zum Beispiel riesige Stahlbrücken, ganze Schiffe, Förderbänder, Aufzüge oder Karosserien. Sie bauen Anlagen um und halten sie instand. Je nach Branchenausrichtung stellen sie auch Verkleidungen, Behälter oder Karosserieteile aus Feinblechen her. Konstruktionsmechaniker beherrschen unterschiedliche Schweiß- Klebe- und Umformtechniken. Sie finden ihren Arbeitsplatz oft auf Baustellen oder Werften. Dabei arbeiten sie meist im Team.
Mechatroniker/in
Das Arbeitsfeld der Mechatroniker liegt an der Schnittstelle von Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik. Es geht um Maschinen und Anlagen sowie Systeme und Systemkomponenten, bei denen mechanische und elektronische Funktionen zusammenwirken.
Ein Beispiel dafür sind die programmierbaren Werkzeugmaschinen. Mechatroniker werden für Bau, Instandhaltung und Wartung dieser Maschinen und Anlagen eingesetzt.
Kraftfahrzeugmechatroniker sind die Spezialisten für die Kraftfahrzeug-Technik. Sie arbeiten bei Fahrzeugherstellern, in Kfz-Werkstätten von Industriebetrieben, den Werksniederlassungen der Automobilindustrie und überall dort, wo ein Fuhrpark unterhalten wird.
Verfahrensmechaniker/in
Hochöfen, Walzwerke und Pressen bringen Verfahrensmechaniker nicht ins Schwitzen. Sie bedienen mit kühlem Kopf hochmoderne Anlagen, die vollautomatisiert Metalle schmelzen, aufbereiten oder umformen. Sie haben alles im Blick, steuern und überwachen die Anlagen und halten sie auch instand. Je nach Spezialisierung arbeiten sie mit Eisen und Stahl, schmelzen und veredeln Nichteisenmetalle wie Kupfer, Aluminium, Gold oder Silber oder überwachen die Umformung der verschiedenen Materialien.
Verfahrensmechaniker werden in vier verschiedenen Fachrichtungen ausgebildet:
Fachrichtung Eisen- und Stahlmetallurgie
Hier haben Verfahrenstechniker die Aufgabe, nach vorgegebenen Rohstoffen den Prozessablauf bei der Roheisen- und Stahlerzeugung zu regeln. Sie messen Temperaturen und entnehmen Materialproben, berechnen den Einsatz der Legierungsmittel. Sie warten die Anlagen, erfassen, melden und beseitigen Produktionsstörungen.
Fachrichtung Stahl-Umformung
Diese Verfahrensmechaniker verarbeiten Stahl in Walzwerken, Schmiedebetrieben und Presswerken. Dabei entstehen unter anderem Draht, Rohre, Bleche, Träger oder geschmiedete Teile wie Achsen und Kurbelwellen für Fahrzeuge. Ihre Aufgabe ist es, das Ausgangsmaterial zu lagern und zu prüfen. Sie bereiten die Fertigungsanlagen vor, überwachen und steuern den Fertigungsablauf, nehmen Materialproben und prüfen Maße, Formen und Oberflächen der Produkte. Sie übernehmen Wartungsarbeiten in der Instandhaltung der Fertigungsanlagen.
Fachrichtung Nichteisen-Metallurgie
Hüttenbetriebe brauchen Verfahrensmechaniker dieser Spezialisierung. Die steuern Aufbereitungsanlagen, überwachen Kühlsysteme, führen Metallentnahmen durch und vergießen die Metalle. Erze (oder Abfall- und Recycling-Material) werden eingeschmolzen, gereinigt und zu Blöcken oder Stangen gegossen.
Fachrichtung Nichteisen-Metallumformung
Computergesteuerte Maschinen und Anlagen walzen, pressen, schmieden und ziehen Nichteisen-Metalle. Dabei entstehen Bleche, Profile und Bänder aus Aluminium oder Rohre und Drähte aus Kupfer. Diese Anlagen bedienen Verfahrensmechaniker. Sie montieren die Umformwerkzeuge, die dem Produkt seine Form geben. Sie beseitigen Störungen und führen nach Plan Wartungsarbeiten durch.
Gießereimechaniker/in
Bei ihnen schmilzt selbst das härteste Metall und erhält eine neue Form. Dies kann großformatig, sehr klein, einfach oder auch komplex sein. Je nach Spezialisierung produzieren Gießereimechaniker Gußprodukte als Einzelstücke, in Kleinserie oder Massenproduktion. Gießereimechaniker beweisen ihre Fachkenntnisse auch nach dem Erkalten: Sie trennen die Rohlinge heraus, prüfen ihre Qualität und bereiten sie für die weitere Verarbeitung vor. Teamarbeit wird im diesem Beruf groß geschrieben.
Ausgebildet wird in drei Fachrichtungen:
Fachrichtung Handformguss
Tonnenschwere Einzelgussstücke sind hier keine Seltenheit. Das Gießen von flüssigem Metall dauert nur wenige Minuten. Zeitaufwendig ist dagegen die Herstellung der Gussformen. Gießereimechaniker brauchen handwerkliches Geschick, denn der Einbau muss genau stimmen. Außerdem benötigt man für diesen Beruf Organisationsvermögen und perfekte Teamarbeit.
Fachrichtung Maschinenguss
Diese Gießereimechaniker sind Experten für moderne Gießanlagen. Sie überwachen den Produktionsablauf, warten die Maschinen und prüfen die Gussqualität. Sie fertigen meist hohe Stückzahlen, zum Beispiel Motorblöcke oder Bremsscheiben. Automatisierung bestimmt den Produktionsablauf.
Fachrichtung Druck- und Kokillenguss
Materialkenntnis ist hier besonders verlangt. Im Druck- und Kokillenguss wird mit festen Gussformen aus Metall gearbeitet. Gegossen werden vorwiegend Nichteisenmetalle, wie Aluminium, Zink, Kupfer und Magnesium. Gießereimechaniker überwachen die Fertigung, warten die Maschinen und übernehmen auch die Qualitätssicherung.
